Ein perfekte, achtbeinige Gemeinschaft: Können Hunde und Katzen zusammen leben?

Nicht selten hat eine Familie sowohl Hunde als auch Katzen: Einige verschiedene Arten, die sich die Räume und das Zusammenspiel mit den Menschen teilen.

In diesem Artikel sprechen wir über die Gemeinschaft zwischen Hund und Katze und wie wir beide voreinander beschützen und ihre verhaltensspezifischen Unterschiede respektieren.

 

Eine Katze ist kein kleiner Hund!

Zuerst sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass Hund und Katze zwei verschiedene Arten sind, auch wenn beiden die Domestizierung gemein ist. Diese stellt den Prozess dar, welcher dafür sorgte, dass sich Hunde und Katzen an den engen Kontakt mit dem Menschen anpassten.

Im Gegensatz zum Hund ist die Katze kein unbedingtes soziales Tier. Daher neigt sie möglicherweise dazu, sich von Menschen und anderen Tieren zurückzuziehen. Der Hund hingegen wurde ausgewählt, um Teil einer sozialen Gruppe zu sein. Infolgedessen braucht er für sein Wohlbefinden geteilte Plätze und die Aktivitäten in der Gruppe.

 

Eine verschiedene Art der Kommunikation

Die anders geartete Geselligkeit der Katze äußert sich auch durch eine Art der Kommunikation, welche manchmal im Vergleich mit jener, die der Hund benutzt, weniger klar gegenüber dem Menschen ist. Beispielsweise kann die Bewegung des Katzenschwanzes einen Zustand von Aufregung während der Jagd bedeuten, jedoch auch einen Zustand von Unbehagen, bezogen auf eine unangenehme Situation. Dieses Verhalten ist schwieriger für den Mensch zu verstehen als, im Vergleich dazu, die Bewegung des Hundeschwanzes. Durch diesen äußert der Hund generell eine positive Gefühlslage.

Darüber hinaus hat die Katze, die, anders als der Hund, weniger zu Gruppenaktivitäten neigt, die Erkundung des Zusammenspiels mit dem Menschen und das Verständnis für unsere Art der Kommunikation nicht verfeinert.

 

Eine andere Art, Räume zu betrachten

Für die Katze ist das Revier, welches in verschiedene Aktionsflächen unterteilt ist, überaus wichtig. Eine Abweichung dieser inneren Mittel kann Probleme im Verhalten nach sich ziehen.

Für den Hund hingegen sind die soziale Gemeinschaft und die gemeinsamen Handlungen viel wichtiger. Verringern sich diese Handlungen oder wird der Hund von der sozialen Gemeinschaft ausgeschlossen, leidet sein Wohlbefinden.

 

Einige Regeln für ein gutes, achtbeiniges Zusammenleben

Wir verstehen, dass Hund und Katze verschiedene Bedürfnisse haben, welche wir respektieren müssen, um ihr Wohlbefinden zu ermöglichen. Wir sollten bei der Katze die Möglichkeit in Betracht ziehen, sie vor der ungewollten Aufmerksamkeit des Hundes abzugrenzen: Ein Regal, so angeordnet, dass es zu Routen einlädt, ein Kratzbaum sowie sich zuoberst befindende Näpfe helfen der Katze, sich sicher zu fühlen. So kann sie die Dinge aus geringer Entfernung beobachten. Dadurch kann die Katze entscheiden, wie und wann sie mit dem Hund interagiert.

Ist die Katze bereits im Haus und wir adoptieren einen Welpen, ist es weiterhin notwendig, sie vor den ständigen Spielversuchen des Hundes zu bewahren. Gleichzeitig verhindern wir damit, dass der Welpe die unliebsame Erfahrung mit den Katzenkrallen macht.

In manchen Fällen, haben wir beispielsweise einen besonders aktiven Hund, macht es Sinn, für einige Stunden am Tag getrennte Bereiche zuzuordnen. So könnten wir für die Katze einen Bereich im Garten herrichten, mit einer Umzäunung. Oder aber wir geben der Katze ihre Zeit für sich, während wir mit dem Hund spaßbringende Aktivitäten unternehmen und so seine Aufmerksamkeit auf uns ziehen: Die Katze wird es lieben, uns von einer erhöhten Stelle dabei zuzusehen.

Besondere Aufmerksamkeit sollten wir bei Kätzchen und älteren Katzen walten lassen. Erstere sollten wir davor beschützen, dass sie durch ihre angeborene Neugier in gefährliche Situationen gelangen. Zum Beispiel sollten wir die Kätzchen vom Hund trennen, sobald wir den Futternapf vorbereiten. Bei älteren Katzen hingegen sollten wir darauf achten, dass ihr Revier respektiert wird und dass sie in Bezug auf ihre Größe sowie in Bezug auf ihre Zeit, die sie für ihre Aktivitäten benötigen, genügend Raum haben. Abschließend sollten wir beachten, dass die Katze, anders als der Hund, unsere Nähe braucht. Lasst uns daher am Tag ein Zeitfenster finden, das wir ausschließlich für das Streicheln oder Spielen mit der Katze reservieren.

Ein Artikel von Dr Maria Grazia Calore, Tierärztin und Expertin für Haustierverhalten