Wenn Katzen zuhause kratzen: Wie wir unliebsame Überraschungen vermeiden

Wenn Katzen ihre Krallen an den Möbeln schärfen, denken viele Besitzer, dies sei ein Streich. Dann übernehmen sie dieses „starke Verhalten“, indem sie Katzen-Fernhalte-Spray benutzen oder gegenüber dem Verunstalter unklare Vorwürfe äußern. Was verbirgt sich hinter diesem für Katzen typischen Verhalten und wie können wir die für unsere Möbel katastrophalen Ausmaße reduzieren? Dr. Maria Grazia Calore, Tierärztin und Expertin für das Verhalten von Haustieren, half uns beim Verstehen.

Katzenkrallen und Kratzen: Alles, was man wissen sollte

Katzenkrallen wachsen ähnlich einer Zwiebel ‚in Lagen‘. Um den äußeren und älteren Teil zu lösen, muss die Katze sie daher ständig schärfen. Das Kratzen ist demnach wesentlich zur Ausübung dieser Aktivität und es hat dabei zwei Funktionen, eine körperliche beziehungsweise verhaltensbezogene:

• Es hält die Nägel in Ordnung: Auf diese Weise vermeidet die Katze es, dass der Nagel die Zehenkuppe durchdringt, was schmerzhaft wäre.

• Sie kommuniziert: Die Katze ist ein Beziehungstier, kein soziales. Daher muss sie ihre Anwesenheit im Revier durch viele Signale unterstreichen. So zum Beispiel durch das Markieren durch Kratzen. Dieses Verhalten ist auch für große Katzen gängig und wird an entscheidenden Punkten angewandt: In der Nähe des Schlafplatzes oder in der Nähe möglicher Eingangsorte für Fremde, so zum Beispiel an Türen und Fenstern. Je mehr Kratzer augenscheinlich sind, desto mehr fühlt sich unsere Hauskatze sicher vor möglichen äußerlichen Störungen.

 

Der Kratzbaum: Eine Lösung für Katzen und Besitzer

Wir sollten es akzeptieren: Das Verhalten des Markierens mittels Kratzen ist ganz normal und kann nicht vermieden, allerdings auf andere Objekte übertragen werden. Zum Beispiel auf den Kratzbaum.

Er ist in Wohnungen mit Katzen fast unverzichtbar und sollte nach der Vorliebe der Katze für waagerechte oder senkrechte Oberflächen vom Besitzer angeschafft werden, um den optimal passenden Baum auszuwählen.

Sicherlich sollte der Kratzbaum einige spezielle Eigenschaften mitbringen:

• Stabilität:  Er sollte keinesfalls auf die Katze fallen oder mitgeschleppt werden können

• Eine angemessene Größe: Die Katze sollte die Möglichkeit haben, sich zum Krallenschärfen komplett auszustrecken

• Eine passende Aufstellung: Er steht am besten nahe einer Tür oder eines Fensters, oder aber in der Nähe des Schlafplatzes.

Dies sind wichtige Details, damit die Katze unser Geschenk auch nutzt. Wenn du den Kratzbaum ersetzen willst, solltest du den alten nicht sofort entsorgen. Er mag für uns hässlich sein, für unsere Katze ist er wunderschön. Stattdessen sollten wir beide Bäume nebeneinander aufstellen, um sicherzugehen, dass die Katze beide benutzt, bevor wir den alten fortwerfen: So ersparen wir unserer Katze jede Menge Stress!