Warum zittern Hunde? Der Ursprung liegt in den Stimmungen

Ähnlich wie Katzen und natürlich auch wir Menschen benutzen Hunde ihre Körpersprache, um Gefühle zu äußern und mit uns zu kommunizieren. Wenn Hunde zum Beispiel zittern, bringen sie damit mal positive, mal negative Stimmungen zum Ausdruck: Die Tierärztin Maria Grazia Calore, eine Expertin auf dem Gebiet der Verhaltensforschung, erklärte uns, was uns unser vierbeiniger Freund mit seinem Zittern sagen will – und wie wir in solchen Situationen reagieren sollten.

Körperhaltung und Proxemik des Hundes: Eine Einleitung zum besseren Verständnis

Wollen wir die verschiedenen Bedeutungen in der Sprache unseres Hundes unterscheiden lernen, dürfen wir seine Körperhaltung – und hier besonders die Ohren, die Glieder und den Schwanz – keinesfalls außer Acht lassen.

Proxemik – die räumliche Bewegung des Hundes – behandelt stattdessen die Art der Annäherung: Sie kann direkt sein und auf Selbstbewußtsein und trotziges Verhalten hinweisen, oder aber indirekt mit einer halbkreisförmigen Bewegungskurve des Hundes, welche Gelassenheit ausdrückt.

Hunde und ihr Zittern: Welche Stimmungen, welche Haltungen liegen ihm zugrunde?

Angst, Unsicherheit, Aufregung oder Freude: Das Zittern der Hunde kann ein Indikator für solche Gefühle sein. Wie können wir verstehen, was unser vierbeiniger Freund gerade fühlt?

Angst oder Unsicherheit: Der Hund nimmt eine zusammengerollte oder geduckte Position ein, der Schwanz ist eingekniffen, die Ohren sind nah am Kopf. Knurren oder Zähnezeigen sind ebenfalls möglich. Kommen wir nach Hause, begrüßt uns der Hund, indem er sich flach am Boden hält, wegschaut und zittert. Möglicherweise löst unsere Haltung ihm gegenüber diese Unsicherheit aus. Hunde, die während der Abwesenheit ihres Herrchens/Frauchens Dinge zerstören und als Konsequenz dafür ausgeschimpft werden, zeigen oft solches Verhalten.

In der Phase der Sozialisierung des Hundes, hier besonders zwischen der dritten und der fünften Lebenswoche, legt sich der Welpe sein eigenes „Handwerkszeug“ zurecht. Dieses beinhaltet alle gängigen Reize, die keine Angst auslösen. Diese Tatsache muss im Moment der Adoption berücksichtigt werden: Leben wir in der Stadt, empfiehlt es sich, einen Welpen aufzunehmen, der bislang in einer ähnlichen Umgebung gelebt hat. So können neue, angstauslösende Reize reduziert werden. Zittert der Hund aufgrund von Unbehagen, sollten wir den Hund nicht in unseren Arm nehmen, um ihn zu trösten oder gar zu schelten. Im Gegenteil: Wir sollten ihn durch den neuen Reiz begleiten und ihm zeigen, das wir dem Neuen gegenüber positiv und offen eingestellt sind. Unser Hund wird uns imitieren und dem neuen Objekt/der neuen Situation mit weniger Angst begegnen!

Aufregung oder Freude: Der Hundeschwanz ist hoch erhoben und wedelt, der Hund steht aufrecht oder springt gar an uns hoch, um uns zum Spielen einzuladen. Es liegt ein starkes Arousal vor (hohes Maß der Erregung), erkennbar an der für den Hund angenehmen Situation, wie das Spielen oder das Zusammentreffen mit anderen, ihm wohlgesonnenen Artgenossen.
Freut sich unser Hund, uns wiederzusehen, wird das Zittern von fröhlichem Wedeln, Umhertänzeln, Umkreisungen und Bellen begleitet, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen: In diesem Fall ist Knuddeln und Belohnen mehr als willkommen!