Warum Katzen schnurren oder miauen? Die Bedeutung der Lautsprache

„Ist doch klar, warum die Katze miaut und schnurrt“, werden Sie denken! Aber kennen Sie wirklich die Antwort? Wir lüften das Geheimnis und verraten Ihnen, was Ihr Stubentiger Ihnen alles sagen möchte! Und das ist nicht wenig, denn Studien belegen: Katzen verfügen über ein äußerst reiches Repertoire an Lauten. Dieses erlaubt ihnen, mit ihren Artgenossen, mit anderen Tieren und auch mit uns zu kommunizieren. Tierärztin Maria Grazia Calore, spezialisiert auf Verhaltenstherapie bei Vierbeinern, erklärt die wichtigsten „Worte“:

Miau – das ist Leidenschaft!

Wer eine Katze hat, der weiß, Miauen gehört zu den Lauten, die unser vierbeiniger Liebling am häufigsten im Umgang mit uns verwendet. Das Miauen ist vielfältig: Es sieht sogar so aus, als hätte die Katze gelernt: Nur lange genug miauen, dann gibt es vom Menschen Zuwendung, Streicheleinheiten und mitunter auch den ein oder anderen Leckerbissen. Das Maunzen ist quasi wie das Schreien eines Neugeborenen.

Hier einige Miau-Varianten

Das Miauen ist inständig, lang und wiederholt. In der Natur richten Katzenbabys so die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf sich – zum Beispiel wenn ihr Magen knurrt. Dieses Verhalten haben unsere Hauskatzen beibehalten und setzen es weiterhin ein, wenn sie Hunger haben.

Ein einziges Miau – oder ein mit regelmäßigem Abstand wiederholtes Miauen – wiederum ist als Begrüßung oder sogar als richtige Antwort zu interpretieren – nämlich dann wenn wir gerade zu der Katze sprechen. Der Vierbeiner kann jedoch nur mit uns “sprechen“, wenn wir im selben Raum mit ihm sind. Über mehrere Räume hinweg – das ist zu abstrakt für die Samtpfötchen. Katzenhalter neigen jedoch oft dazu, das Miauen misszuverstehen und es ausschließlich als Aufforderung zum Füttern zu interpretieren. Dadurch lernt das Haustier schnell: „Miau = Fressen“. Bei einigen Katzen, insbesondere bei „guten Essern“, kann dies schnell zu Übergewicht führen und zu einem Problem werden.

– In anderen Fällen kommt vor dem Miau ein Laut, der sich ungefähr mit „…prr…“ beschreiben lässt. Durch diese Äußerung möchte die Katze ausdrücken, dass sie glücklich ist, uns zu sehen!

Im ersten Video findest du einige Beispiele: Zunächst ist ein in Schwierigkeiten geratenes Kätzchen zu sehen, das versucht, seine Mutter zu rufen. Im zweiten Video bittet eine erwachsene Katze um Futter, der dritte Film zeigt eine Begrüßung.

 

 

Im zweiten Video findet ihr zwei Beispiele für ein “Gespräch” zwischen Katzen und Menschen und einem Gespräch von Katzen untereinander.

Miauen als Ausdruck von Gefühlen

Das Miauen ist nicht nur eine Sprache für die Katzen: Mit dem Miauen können Katzen auch Angst, Stress oder Missmut zum Ausdruck bringen. Bei Angst oder Missmut sind die Laute tief und verlängert, als kämen sie von der Kehle. Wenn sich die Katze von etwas gestört fühlt, wird das Miauen trocken sein. Im nächsten Video sehen Sie zwei Katzen, die Angst zum Ausdruck bringen. Die dritte Katze drückt Unbehagen beim Anblick einer drohenden Hand aus, während die letzte von einem Menschen belästigt wird. Bitte machen Sie dies nie mit einer Katze!

Wenn ein Stubentiger hochkonzentriert am Fenster lauert, begleitet von kurzen und wiederholten Miaus, so bedeutet dies: Er will Beute jagen. Das können Sie im nächsten Video sehen.

Auch in der Kommunikation unter Katzen drückt das Miauen die Gefühlslage aus. Viele von Ihnen haben bestimmt schon Auseinandersetzungen zwischen Katzen beobachtet und festgestellt: Die Laute hören sich wie echte Schreie an. Im folgenden Fall hat die eine Katze Angst, die andere bringt Aggressivität zum Ausdruck. Versuchen Sie herauszufinden, welcher Vierbeiner gerade in Panik und welcher auf Krawall gebürstet ist!

Nicht nur Miauen: Das Schnurren

Wie entsteht das Schnurren unserer Katzen? Schnurren ist ein Laut, den die Katze durch Vibrieren ihrer Stimmbänder und durch Kontraktion ihres Kehlkopfs erzeugt. Die Bedeutung: Der Vierbeiner ist glücklich, im siebten Himmel! Babykatzen schnurren zum Beispiel, wenn ihre Mutter sie säugt. Der Laut kann auch der Wunsch nach Trost sein, zum Beispiel wenn Katzen krank sind. Gerät eine Katze stark in Panik, dann miaut sie und pustet ihr Gegenüber an. In diesem Fall ist die Botschaft klar: Nicht näher kommen!