Rohasche: Die analytischen Bestandteile des Tierfutter-Etiketts verstehen

Als vor einigen Jahren die Produktion von Haustierfutter noch in den Kinderschuhen steckte, wurde Rohasche als Synonym für schlechte Qualität bewertet. Heutzutage gilt dies nicht mehr. Hier geht es um Rohasche und welche Aspekte beachtet werden müssen, will man die Qualität von Haustierfutter bewerten.

 

Rohasche: Was ist das eigentlich?

Die in Trockenfutter enthaltene Rohasche repräsentiert den Prozentsatz der enthaltenen unorganischen Substanzen, also der Mineralien.

Der Name rührt von der Tatsache, dass ihre analytische Bestimmung bei der Verbrennung aus organischen Substanzen besteht.

Heißt also: Die Asche ist das, was bei der Verbrennung des Produkts übrig bleibt. Verbrennen wir das Trockenfutter, verschwinden die Hauptbestandteile (Proteine, Fette und Kohlenhydrate). Der Rest (also die Asche) besteht aus den Mineralien, die in den Inhaltsstoffen zur Herstellung des Trockenfutters erhalten waren.

 

Je mehr Asche, desto geringer die Qualität?

Dies stimmt nicht (mehr).

Früher benutzte die Tierfutter-Industrie hauptsächlich Speiseabfälle, um Futter für Hunde und Katzen herzustellen: Knochen, Knorpel, Federn usw., welche tatsächlich reich an Mineralien sind. Hier war der Prozentsatz von Rohasche hoch, was für eine schlechte Qualität stand.

Heute dagegen hat sich die Tierfutter-Industrie sehr entwickelt. Und um Hundefutter herzustellen, wird auch frisches Fleisch benutzt: Hochwertige Qualität wird durch Alternative repräsentiert, welches nur 100% HFC frisches Fleisch * enthält.

Frisches Fleisch (wir verwenden Teilstücke aus dem Muskel) ist sehr reich an Mineralien: Eisen, Zink, Selen, Natrium, Kalium, usw. Daher kann eine hohe Prozentzahl an Asche heutzutage auch ein Zeichen von hoher Qualität sein.

 

Der Etiketten-Vergleich: Ein Blick auf den Markt

Wir haben acht der bekanntesten Marken ausgewählt und von diesen die gesamte Bandbreite des Trockenfutters analysiert: Die Werte hinsichtlich Rohasche variieren zwischen 5,7% und 11%. Solche, die sehr niedrige Rohasche-Werte erzielen, nutzen kein frisches Fleisch in ihren Rezepturen, sondern nur hydrolysiertes Protein, welches bereits „verarbeitet“ ist. Daher unterscheidet sich diese Qualität sehr von der des HFC frischen Fleisches.

 

Wie erkennen wir die tatsächliche Qualität von Trockenfutter?

Die Antwort ist stets die gleiche: Man muss die Zusammensetzung lesen. Denn hier bekommen wir die Liste der Zutaten (in absteigender Reihenfolge), welche für die Rezeptur genutzt wurden: Fleisch, Reis, Gemüse, usw.

Es ist schwierig, anhand der Liste der Zutaten die wahre Qualität der für das Trockenfutter genutzten rohen Produkte zu bestimmen. Die analytischen Bestandteile sind das Ergebnis einer quantitativen Analyse (keiner qualitativen) und daher auch kein Garant für Qualität.