Mit dem Hund in den Urlaub

Endlich ist die Urlaubszeit da, doch wie verhalten wir uns am besten mit unserem vierbeinigen Freund? Wir können ihn entweder entsprechend unterbringen oder aber mitnehmen. Hier ein paar Tipps, wie man am besten in den Urlaub fährt und die wohl verdiente Ruhe genießt.

Die Hundepension

Damit unser Hund ruhige Tage verbringt, ist es im ersten Fall am besten, wenn man die erwählte Unterkunft vorher mit ihm gemeinsam zwei oder drei Mal besucht, um ihn einzugewöhnen und mit den Personen, die ihn betreuen werden, vertraut zu machen. Gleichzeitig haben die Betreuer so die Möglichkeit, seine Gewohnheiten kennen zu lernen und ihnen soweit wie möglich zu entsprechen, denn wenn man einen Hund in die Hundepension gibt, ist es besonders wichtig, seine Routine nicht durcheinander zu bringen. Es ist fast wie ein Stabwechsel: Der Besitzer bereitet die Betreuer des Hundes vor, indem er sie über seine Spiele, sein Futter und seine Routine informiert. Seine Gewohnheiten aufrecht zu erhalten, auch wenn sich andere Personen um ihn kümmern, lässt den Hund die Trennung unbeschwert erleben. Auch wenn wir nur einige Tage lang wegfahren, bedeutet das für den Hund in jedem Fall eine Trennung, denn er kann nicht vorhersehen, ob und wann wir zu ihm zurückkehren.

Wenn die Betreiber der Hundepension gut mit unserem Hund zurecht kommen, können wir sicher sein, dass es unserem Freund gut ergehen wird, denn er befindet sich inmitten von ihm bekannten Personen, wo er sich frei ausdrücken und seine Bedürfnisse befriedigen kann.

Es könnte jedoch vorkommen, dass sich diese „Bekanntschaft“ schwieriger gestaltet als geplant. In diesem Fall kann man es mit kleinen Halbtagsausflügen in die Hundepension versuchen und ihn schließlich eine ganze Nacht, den kritischsten Moment, ohne uns dort verbringen lassen. Wenn der Hund positiv reagiert, ist die auserwählte Hundepension die richtige für ihn.

Der Preis, der Stil oder auch die Werbung, die wir gesehen haben, sind keine guten Kriterien für die Wahl einer Pension. Unser Hund sucht Ausgelassenheit, Interaktion, Entspannung und Freiheit. Alles Empfindungen, die wir Menschen verstehen können. Aus diesem Grund kann der Hund allein die richtige Wahl treffen, und zwar in dem Moment, in dem wir ihn in die Pension einführen. Seine Reaktionen (Angst oder Ruhe) zeigen uns, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Mit dem Hund auf Reisen

Wenn wir den Hund mit in den Urlaub nehmen, muss zunächst der Koffer gepackt werden. Wir müssen eine ganze Reihe Sachen mitnehmen, damit sich der Hund „zuhause“ fühlt. Sein Körbchen, seine Näpfe, sein Futter, seine Spiele und was sonst noch alles unverzichtbar ist, damit der Hund merkt, dass unser Feriendomizil unser Zuhause ist. Besonders müssen wir auf seine Ernährung achten, den ein plötzlicher Wechsel könnte unserem Freund Verdauungsprobleme und Unwohlsein bereiten. Das alles dient nicht nur dazu, die Reise angenehmer zu gestalten, sondern auch, um die täglichen „Regeln“ für den Hund aufrecht zu erhalten, denn sie bedeuten ihm Sicherheit und erlauben ihm ein ruhiges Dasein, da er sich durch unsere Anwesenheit gestützt und bekräftigt fühlt.

Warum soll man bekannte Objekte mitnehmen? Weil sich eine ganze Reihe Situationen ergeben könnten, in denen wir unseren Hund allein im Zimmer oder in der Wohnung lassen. Um zu vermeiden, dass sich im Moment der Trennung ein Unwohlsein einstellt, ist es wichtig, dem Hund einige kleine Sicherheiten wie sein Körbchen, seine Spiele und eine ganze Reihe bekannter Gerüche, wie z.B. unsere Kleidung zurück zu lassen, die ihn an Zuhause erinnern und ihm zu verstehen geben, dass wir zu ihm zurück kommen. Auf diese Weise lässt sich außerdem vermeiden, dass sich der Hund an der Einrichtung vergreift oder durch Bellen Ruhestörung verursacht.

Vor der Abreise darf ein Besuch beim Tierarzt nicht vergessen werden, um sicher zu gehen, dass mit den Impfungen und der Parasitenvorsorge alles in Ordnung ist. Es gibt nämlich Gegenden, in denen Tollwut- bzw. Leishmaniosegefahr besteht. Ein entsprechender Impfschutz lässt uns jede Situation stressfrei erleben.

Bei Auslandsreisen ist ein Pass erforderlich, und vor allem auch gute Manieren, indem wir den Hund an der Leine führen, ihm einen Maulkorb anlegen und stets Tüten zum Auflesen seiner Bedürfnisse bei uns haben.

Im Auto

Ein letzter Ratschlag gilt Urlaubsreisen mit dem Auto. Wenn die Außentemperatur besonders hoch ist und wir im Innenraum die Klimaanlage einschalten, muss man vorsichtig mit Hitzschlägen sein, d.h. mit starken Temperaturschwankungen zwischen Außen- und Innentemperatur. Um dies zu vermeiden, ist es angebracht, vor jeder Rast die Temperatur im Innenraum allmählich der Außentemperatur anzunähern. So können sich sowohl der Hund als auch wir selbst auf natürliche Weise an die Temperatur gewöhnen.

Pipipausen sollten nicht allzu oft eingelegt werden. Alle 50-60 km anzuhalten aus Angst, der Hund muss seine Bedürfnisse verrichten, gibt dem Hund nicht die Möglichkeit, sich zu entspannen, zu schlafen und sich die Zeit zu vertreiben. Wenn der Hund sich nicht nervös zeigt, nicht weint und keine Forderungen stellt, ist es am besten, die Fahrt fortzusetzen, damit die Reise nicht doppelt so lange dauert wie nötig. Wenn wir schließlich anhalten, sollten wir dem Hund Zeit lassen, das Umfeld ein wenig zu erkunden und kennen zu lernen, sodass er in Ruhe seine Bedürfnisse verrichten kann.

Natürlich darf auch ausreichend Trinkwasser nicht fehlen, vor allem, wenn es draußen besonders heiß ist.

Wenn somit alles klar ist, kann der Spaß losgehen!
Schönen Urlaub!

 

Luca Scanavacca, Hundetrainer
Gründer des Vereins
Associazione Semplicemente Sordo
Autor des Buches „
Semplicemente Sordo“ [„Einfach taub“] – www.semplicementesordo.com