Kastrierte Katzen: Fütterung und Verhalten

Mit kastrierten Katzen zusammen zu leben, ist allgemein üblich für diejenigen, die Hauskatzen lieben. Dennoch sind das Verhalten der kastrierten Stubentiger, sowie die Maßnahmen die verantwortungsvolle Katzenbesitzer treffen sollten, nicht immer geläufig. Zu diesem Thema haben wir unsere Tierärztin und Ernährungsexpertin Benedetta Giannini hinzugezogen.

Kastration von Katzen und Katern

Die Kastration von weiblichen Katzen wird empfohlen, um nicht – nach einigen Monaten – eine ganze Bande kleiner Kätzchen bei sich zu Hause vorzufinden, die eventuell schwer zu vermitteln sind. Bei Katern wird dieser Eingriff, wenn sie in einem Haushalt leben empfohlen, denn mit dem Eintritt der Geschlechtsreife beginnen die Kater mit der Markierung des Territoriums: Sofa, Möbel, Fenster und Türen werden dann mit Urin markiert, der einen sehr unangenehmen Geruch hat. Falls der Kater die Möglichkeit zum Freigang hat, wird er vielleicht das übelriechende Markieren im Haus unterlassen, aber er ist dann anderen Gefahren ausgesetzt. Leider gibt es besonders bei jungen und unerfahrenen Tieren in den ersten Nächten mit Freigang häufig Unfälle und Verletzungen beim Überqueren der Straße oder im Kampf mit anderen Katzen. Häufig kommen sie auch mit Bissen, Kratzern und manchmal mit Krankheiten die durch diese Bisse übertragen wurden nach Hause.

Die Fütterung von kastrierten Katzen: Was kann man gegen Übergewicht tun?

Unkastrierte Kater haben von Natur aus die Neigung, nach einer Partnerkatze zu suchen und würden dafür auch meilenweit wandern. Dadurch vergrößert sich ihr Territorium und sie müssen sich mit anderen Katern auseinander setzten. Unkastrierte weibliche Katzen werden tragend, gebären und säugen: Alles Situationen, die einen erheblichen Energiebedarf haben. Dagegen neigen Katzen nach der Kastration dazu, ihr Territorium so weit wie möglich zu verkleinern und ruhig auf dem Sofa zu faulenzen. Ihr Kalorienbedarf verringert sich daher bis zu 30 %. Tagsüber verbringen sie ihre Zeit mit Schlafen, Strecken, Recken und Fressen. Denn ihnen ist eines klar: Wenn sie hungrig sind, gibt ihr Besitzer ihnen einen schmackhaften Imbiss, was zum Highlight ihres Tages wird: “Ich bitte und der Fressnapf wird gefüllt”. Häufig verlangen die Katzen zu viel Futter und haben keine Möglichkeit die Menge selber adäquat zu regulieren, so dass dadurch die Tendenz zum Übergewicht geschaffen wird. Um Ihrer Katze in dieser Phase zu helfen, dürfen Sie ihr nicht zu viel Futter zur Verfügung stellen. Entscheiden Sie sich in erster Linie für Futtersorten mit einem geringen Fettanteil.

Nassfutter kommt uns hierbei zugute, da es im Allgemeinen wesentlich weniger Fett enthält, als Trockenfutter. Dank des hohen Anteils an Feuchtigkeit im Vergleich zu Trockenfutter, hat es einen größeren Sättigungseffekt: Die Katze ist zufriedener und satt, hat aber weniger Kalorien aufgenommen.

Trockenfutter sollte nur mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die sogenannten „guten“ Fettsäuren, wie Huhn – oder Fischöl enthalten. Achtung vor Schmalz (gesättigte Fettsäuren) oder Fetten, die nicht genauer auf dem Produktetikett gekennzeichnet sind. Die tägliche Ration des Trockenfutters sollte auf eine abgemessene Tagesmenge reduziert und wenn möglich über den Tag verteilt angeboten werden. Auf dieser Weise ist es möglich, der Katze wenn sie nach Futter verlangt, etwas Trockenfutter zum Naschen anzubieten. Man kann auch etwas Trockenfutter in dafür geeigneten Spielzeugen verstecken, was zu mehr Bewegung, Zeitvertreib und geringerer Futteraufnahme führt. Es muss jedoch bedacht werden, dass im Futter der Katze eine bestimmte Menge an Fett nicht unterschritten werden darf, da sie einen essentiellen Bedarf an bestimmten Fettsäuren hat und diese benötigt, um gesund zu bleiben.

Gesundheit kastrierter Katzen: Der Schlüssel ist die Ernährung

Eine weitere wichtige Tatsache bei kastrierten Katzen und Katern ist an die erhöhte Neigung zur Bildung von Blasensteinen geknüpft. Aber warum bilden diese sich gerade bei kastrierten Tieren? Von Natur aus trinken Katzen wenig und durch das ganztägige Schlafen nach der Kastration, trinken sie noch weniger. Es wird weniger Urin produziert, der länger in der Harnblase verbleibt. Diese Situation (zusammen mit anderen Faktoren, wie Übergewicht) führt zu einer besonderen Anfälligkeit für die Bildung von Blasensteinen oder Harngrieß.

Um dem Vorzubeugen, sollte man an verschiedenen Stellen im Haus aus Trinkbrunnen oder Schüsseln Wasser anbieten, das häufiger am Tag gewechselt wird damit es immer frisch ist und den Anteil an Nassfutter erhöhen. Es reicht also nicht aus, ein Futter mit der Bezeichnung „ Light“ oder „ Für kastrierte Katzen“ zu füttern. Wichtig ist es, aufmerksam zu sein und die „Kleinigkeiten“ zu beachten, die für unsere Katzen von grundlegender Bedeutung sind!