Hören Hunde wie Menschen? Eine Studie der Eötvös Loránd University

Sie spitzen ihre pelzigen Ohren und nehmen Geräusche wahr genau wie wir. Dieses Mal geht es nicht um Ähnlichkeiten zwischen Hund und Mensch hinsichtlich Haltung, Gesichtsausdruck oder Sprache. Die Rede ist hier von den Eigenschaften des Gehörs unserer vierbeinigen Freunde – wie sie ihre Umgebung akustisch registrieren. Die Experten der Eötvös Loránd University führten einige einzigartige Experimente mit Vierbeinern durch, die interessante Neuigkeiten über den treuesten Freund des Menschen enthüllten. Hunde hören demnach nicht nur Ultraschall, sondern besitzen auch einige Hirnregionen, die genau wie bei Menschen für die Verarbeitung von Lauten und Emotionen zuständig sind. Lasst uns herausfinden, wie das Expertenteam zu diesem Ergebnis gekommen ist.

Das Experiment

22 Menschen und 11 Hunde im Vergleich beim Hören von 200 Aufnahmen: Das war die Grundlage des Experiments, wobei natürlich die Vierbeiner im Mittelpunkt standen. Sechs Golden Retriever und fünf Bordier Collies wurden trainiert, in einem Scanner für funktionelle Magnetresonanztomographie entspannt und bewegungslos liegenzubleiben. Dieses Gerät ist in der Lage, alle Veränderungen im Blutkreislauf zum Gehirn zu screenen. Dadurch können wichtige Indikatoren für die dynamische Aktivität des Gehirns herausgefunden werden. Beim Hören von Lachen, Jaulen oder ähnlichen Lauten wurden die akustischen Hirnareale sowohl bei den Menschen als auch bei den Hunden jeweils mehr durch die von der gleichen Spezies erzeugten Laute stimuliert. In beiden Fällen veränderten sich die im Gehirn festgestellten Aktivitäten entsprechend der durch die Laute ausgedrückten Emotionen. Die Überraschungen sind aber noch nicht zu Ende: Im Gegensatz zu den Menschen, reagierten die Hunde auch auf nonverbale Laute.

Darüber hinaus waren unsere Freunde die Vierbeiner mehr an menschlichen Lauten interessiert, während die Hundelaute nicht die gleiche Wirkung bei den Menschen auslösten. Dieser Unterschied zwischen Hund und Mensch lässt sich durch das 15.000 Jahre lange Zusammenleben erklären, obwohl Experten eine weitere Hypothese in Bezug auf die Evolution aufgestellt haben: Ein gemeinsamer Vorfahr, der angeblich vor 100.000 Jahren lebte.

Hunde hören wie Menschen: Und was ist mit anderen Säugetieren?

Die erkannte Ähnlichkeit in der Lautwahrnehmung zwischen Mensch und Tier ergibt sich also als überraschende Entdeckung. Aber nicht zu überraschend. So erklärten die Forscher der Eötvös Loránd University, die die Studie durchführten: “Uns ist bereits bekannt, dass Hunde perfekt im Einklang mit den Gefühlen ihres Herrchens stehen können. Und wir wissen auch, dass ein guter Besitzer die emotionalen Veränderungen seines Hundes erkennen kann. Jetzt fangen wir an, die Gründe zu verstehen.“ Nun sind wir auf die anderen Säugetiere neugierig: Haben auch andere Spezies diese Besonderheit? Oder ist der beste Freund des Menschen das Tier, das diese Eigenschaften am meisten mit uns teilt?