Haustiere und Besitzer: 5 Kernpunkte ihrer Beziehung

Haustiere und Besitzer haben eine ganz andere Beziehung zueinander als Menschen untereinander. Dr. Maria Grazia Calore, Tierärztin und Expertin für Verhalten, hat für uns 5 Kernpunkte dieser Bindung identifiziert, welche nicht nur beim Verstehen der Natur von Hunden und Katzen nützlich sind, sondern auch helfen, mit ihnen bestmöglich zu interagieren.

 

• Wahlverwandtschaften

Haustiere nehmen uns auf verschiedene Weise „wahr“, indem sie unsere „geheimen“ Information durch die von der Haut ausgesandten Pheromone entschlüsseln. Dank dieser chemischen Nachrichten verstehen unsere vierbeinigen Freunde, ob sie uns näher kommen können oder ob sie sich besser von uns fernhalten.

 

• Sozialer Bezug oder gleichberechtigt?

Nach der Ankunft in eine Familie wird ein Hund von sich aus versuchen, mit allen Teilen des „Familien-Rudels“ eine soziale Beziehung einzugehen. Er tut dies, indem er verschiedene Beziehungstypen erzeugt – je nachdem, welche „Rolle“ jemand in seinen Augen einnimmt.

Für eine Katze hingegen mündet das Aufeinandertreffen mit einem Menschen in einer Beziehung, die einer Freundschaft sehr ähnelt: Die Katze betrachtet uns in jeder Hinsicht als ihr gleichberechtigt.

 

• Nicht nur Futter

Die Annahme, dass Katzen und Hunde mit den Menschen, die ihnen das Futter zubereiten, eine engere Beziehung haben, ist falsch.

In Wahrheit ist für den Hund die soziale Stärkung gleichbedeutend: Die Befriedigung, mit dem Besitzer etwas zu einem gemeinschaftlichen Wohl zu tun, das gefühlsbedingte Knuddeln nach einem „Bravo!“ ist manchmal mehr wert als tausend Leckerbissen!

Sogar für die Katze sind wir nicht nur reine Warenautomaten für Futter. In Wahrheit bewertet sie uns als so ungeschickt auf der Jagd nach Futter, dass sie uns mit Beute ehrt, um uns zu zeigen, wie man es richtig macht!

 

• Die Wichtigkeit, ernst zu sein

Wie in der zitierten Komödie müssen wir vor uns vor Missverständnissen hüten. Zum Beispiel dürfen wir keine beängstigende Körperhaltung – eine vorgebeugte – einnehmen, wenn wir den Hund bitten, sich uns zu nähern. Oder beim Sprechen eine wütende oder zu hohe Stimmlage wählen. Sowohl die Körperhaltung als auch die Stimme vermitteln, dass Gefahr besteht – während wir ihn mit Worten bitten, sich der Drohung zu nähern!

Wenn wir uns hingegen in Gegenwart einer Katze zu schnell bewegen oder unsere Hände oder Füße unter einem Handtuch verstecken, könnte diese uns mit Beute in Verbindung bringen. Auf ein normales Verhalten bei räuberischem Verhalten also mit einem Tadel zu reagieren, könnte unsere Freundschaft in Gefahr bringen.

 

• Eine Frage von …

Respekt, Verständnis, dem Wunsch nach Kommunikation. Hier sind die drei Punkte, die gemeinsam mit Zuneigung dafür sorgen, dass unsere Beziehung zu unserem vierbeinigen Freund funktioniert.

• Respekt bedeutet die verhaltensbezogenen Bedürfnisse ihrer Art zu befriedigen: Wir sollten unsere Hunde sozialisieren, sie die Umgebung entdecken lassen, sie schnüffeln und markieren lassen. Zwinge der Katze kein unfreiwilliges Zusammenleben mit anderen Tieren auf und biete ihr Orte für Spiele und Entspannung an.

• Verständnis meint, zu verstehen, dass die Tiere Gefühle und ebenso wie wir Launen besitzen. Manche sind typisch für ihre Art.  

• Der Wunsch nach Kommunikation meint, sich zu bemühen, ihre Sprache zu verstehen, sich zu informieren und Bücher über unsere Tiere zu lesen. Wir sollten aufhören, sie voreingenommen zu beobachten. Und wir sollten unsere Sprache der ihren anpassen, ohne an den Worten zu sparen, sondern sie viel mehr mit Gesten sowie mit stimmigen und klaren Positionen begleiten.