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Katzen kommunizieren auf eine ganz andere Art und Weise als Hunde, und vielleicht erscheint dem Menschen deshalb die kommunikative Verhaltensweise der Katze als rätselhaft und unverständlich. Viele Studien über das Verhalten von Katzen haben jedoch gezeigt, dass sie eine komplexe, auf Haltungen, Ausdrücken, Lauten und Markierungen basierte Sprache verwenden.

Aus diesem Grund sollten wir in der Lage sein, die Körpersprache unserer Katze zu verstehen, um besser entscheiden zu können, ob wir auf sie zugehen oder lieber ihren Wunsch respektieren sollten, allein zu bleiben.

Ins Gesicht gucken!

An der Mimik einer Katze lassen sich Stimmung und Gefühle erkennen. Dafür sind die Augen, das Maul, die Schnurrhaare und die Ohren sehr aufmerksam zu beobachten. Eine ruhige und kontaktbezogene Katze hat offene Augen, aber keine weite Pupille, ein geschlossenes Maul, entspannte Schnurrhaare und nach vorne angelegte Ohren.

Eine nervöse und besorgte Katze, die wahrscheinlich nicht in der Lage ist, die Situation zu bewältigen, legt die Ohren an und hält die Augen halb geschlossen.

Eine verängstigte Katze zeigt flach angelegte Ohren und weite Pupillen. Darüber hinaus miaut oder jault sie und gibt akute Geräusche von sich. In diesem Fall ist es unbedingt notwendig, sich vorsichtig von der Katze zu entfernen: Aus Angst könnte sie meinen, dass der einzige Ausweg aus dieser Situation der Angriff ist.

Achtung Schwanz!

Die Katze kommuniziert mit ihren ganzen Körper, und der Schwanz spielt hierbei eine besonders wichtige Rolle. Eine entspannte und freundliche Katze nähert sich zu uns mit einem erhobenen oder oben leicht nach vorne gebogenen Schwanz. Wenn sie sich so richtig freut, uns zu sehen, dann lässt sie sogar den Schwanz vibrieren.

Eine Katze, deren Schwanz sich sehr schnell hin und her bewegt, zeigt keine Freude – wie etwa ein wedelnder Hund – sondern Unbehagen! Sie ist nervös, und man sollte sie in Ruhe lassen und sich entfernen. Wenn die Katze Angst hat, hält sie den Schwanz unter den Körper geklemmt. Wenn wir uns dieses Bild mit den zwei Katzen anschauen, fällt uns etwas Besonders auf: Die rote Katze auf dem Bild scheint bedrohlich, sie ist jedoch in Wirklichkeit eine der beiden, die am meisten Angst haben. Sie hält ihren Schwanz zwischen die Beine geklemmt, ist angespannt und sträubt die Haare am ganzen Körper.

Wenn die Katze richtig Angst hat, sieht der Schwanz größer aus. Die ganze Körperhaltung ändert sich, um dem Feind “größer und bedrohlicher zu erscheinen”. Die Angelsachsen nennen diese Haltung “Halloween-Katze”. Auch in diesem Fall muss man die Katze in Ruhe lassen und ihr Zeit zur Beruhigung geben. Ihre Art und Weise, sich zu bewegen, hilft uns, die Gemütslage der Katze zu verstehen. Eine sichere und friedliche Katze nähert sich uns direkt. Ganz im Gegenteil hockt eine verängstigte Katze auf dem Fleck und bewegt sich fast kriechend auf dem Boden. Sie versucht damit, den direkten Kontakt zu vermeiden. Wir können diese Haltung sehr oft nach einer tierärztlichen Untersuchung bemerken, wenn die Katze im Transportkorb gebracht wird.

Anderenfalls ist die Körperhaltung der im Bild dargestellten weißen Katze typisch für eine Miezekatze, die uns einlädt, mit ihr zu spielen. In diesem Fall merken wir folgendes: Die Pupillen sind nicht erweitert, die Ohren sind nach vorne gerichtet und die Katze hüpft seitlich.

Eine Katze, die einem Mensch völlig vertraut, legt sich auf den Rücken hin und zeigt ihren Bauch. Das führt oft zu einem Missverständnis: Viele glauben fälschlicherweise, dass es um eine Aufforderung zum Streicheln oder Kraulen am Bauch geht. In Wirklichkeit ist nicht ganz so, wie es aussieht und wir können dabei die Gefahr laufen, dass die Katze dieses Kratzen als einen Angriff verstehen kann.

Habt ihr jemals die hier beschriebenen Haltungen oder Bewegungen bei eurer Katze gesehen? Sehr wahrscheinlich. Hoffentlich haben wir euch geholfen, sie zu deuten.

Maria Grazia Calore, Tierärztin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie

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