Die ersten Früchte der Agroforstwirtschaft

 

Wohin hat uns die Suche nach Nachhaltigkeit mit traditionellem Charme, kombiniert mit den modernsten wissenschaftlichen und technologischen Erkenntnissen, geführt? Zu einem großen und herrlich duftenden Garten: dem syntropischen Agroforst der Villa Fortuna.

Seit Februar dieses Jahres haben wir in dem Dorf San Salvatore Monferrato (in der Provinz Alessandria) unermüdlich an seiner Entstehung gearbeitet. Und heute können wir voller Stolz sagen, dass unsere Bemühungen uns die ersten spannenden Ergebnissen gebracht haben: 2198 Bäume, darunter Obstbäume, Sträucher und Waldbäume, stehen auf dem Hügelkamm, von dem jedes Zeichen vergangener menschlicher Aktivitäten sorgfältig beseitigt wurde. Lichter und Farben füllen unsere Grünflächen: ein Anblick, der uns für die Herausforderungen unseres Projekts zusätzliche Kraft gibt.

 

Einen Agroforst zu schaffen bedeutet, der Natur Raum zu geben und ihr dort, wo sie geschwächt oder gestört war, ein in sich ausgewogenes Ökosystem zurückzugeben. Wir wissen, dass die traditionelle Landwirtschaft auf eine wenig vorausschauende Ausbeutung der Ressourcen abzielt (was in kurzer Zeit zu einer Verarmung des Bodens und damit zu einem Rückgang der Produktivität führt). Die

syntropische Landwirtschaft hingegen verspricht – nach einem zunächst langsameren und komplexeren Aufbau – steigende Erträge und eine fortlaufende Regeneration des Bodens.

 

Genau das ist die Philosophie dahinter: ein System zu entwickeln, das im Laufe der Jahre zunehmend autonom wird und Pflanzenkrankheiten standhält. Es versorgt sich selbst mit seinem eigenen Dünger und bewässert sich selbst – bei minimalem Einsatz des Landwirts. Mithilfe dieses Systems kann verarmtes Land wiederaufbereitet werden, sodass es seine ursprünglichen Eigenschaften vollständig zurückgewinnt. Die Natur würde sehr gut funktionieren, wenn der Mensch lernen würde, sich ihren Regeln anzupassen. Menschliches Handeln hat oft bereits erheblichen Schaden angerichtet – es ist aber trotzdem noch möglich, diese Schäden zu beheben: durch Regenerationsprojekte wie die, die wir in der Villa Fortuna erproben.

 

Wenn die Regeneration begonnen hat, blühen, wie wir gesehen haben, alle Lebensformen wieder auf – von Bienen über Marienkäfer bis hin zu Schnecken und Regenwürmern. Sie lehren uns, mit der biologischen Vielfalt zu leben. Auf dem Gebiet, auf dem Agroforstwirtschaft betrieben wird, siedeln sich immer mehr Insekten an. Sowohl die nützlichen, wie Bestäuber (Bienen, Wespen und die meisten Schmetterlinge), als auch die antagonistischen, die die Ernten bedrohen und unsere Pflanzen schädigen können, wie asiatische Wanzen, Blattläuse und Kohlfalter. Die Natur selbst lehrt uns, dass das Gleichgewicht des Ökosystems gewährleistet werden kann, ohne, dass Lebewesen zu Schaden kommen. Das gesamte Team forscht mit großem Eifer daran, unseren Pflanzen mit natürlichen, umweltschonenden Mitteln zu einem gesunden Wachstum zu verhelfen.

 

Trotz der Tatsache, dass der Frühling in diesem Jahr lange auf sich warten ließ und der Stillstand, der durch den plötzlichen Frost im April verursacht wurde, uns zwang, einige Pflanzarbeiten zu verschieben, haben wir es geschafft, das gesamte Sommergemüse neu auszusäen. Sensoren, die die Boden- und Luftfeuchtigkeit messen, um den Bedarf an Bewässerung und den idealen Zeitpunkt dafür anzuzeigen, haben unsere Forschung unterstützt. Eines unserer Ziele ist es, Technologie für ökologische Nachhaltigkeit zu nutzen.

 

Unsere Bemühungen, das Areal der Villa Fortuna zu regenerieren, sollen auch zeigen, dass Agroforstsysteme wirklich die Landwirtschaft der Zukunft sind, nicht nur in Bezug auf die Nachhaltigkeit, sondern auch langfristig im Hinblick auf die Produktivität. Im Gegensatz zu intensiven Monokulturen sind die enorme Artenvielfalt und deren positive Auswirkungen der Schlüssel zu höheren Erträgen. Denn die Prinzipien dieser innovativen Landwirtschaft, die in Brasilien vor weniger als einem halben Jahrhundert eingeführt wurde, werden von der Natur selbst vorgegeben und von ihren Rhythmen und der vegetativen und ökologischen Folge ihrer Arten geprägt.

Agroforesta
 
Orto

Technologie im Dienste der Wissenschaft

Zu den Technologien, die wir derzeit nutzen und die wir einführen wollen, gehören die Fotofallen: Der Wald wird kontinuierlich beobachtet. Wir untersuchen die Ausweitung der bewaldeten Flächen, um „ökologische Korridore” für Wildtiere zu schaffen. Die ersten Überraschungen liefern bereits die Bilder, die in der Nacht aufgenommen wurden:

 

  • Tasso
  • Volpe
  • Volpe
  • capriolo

Die Vorteile solcher Geräte in unseren Wäldern, die mit sich automatisch aktivierenden Bewegungssensoren ausgestattet sind, um zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erkennen, welche Tiere sich dort aufhalten, sind vielfältig. So kann man die Rückkehr von Arten dokumentieren, die schon lange nicht mehr in diesen Gebieten beobachtet wurden, ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten studieren. Wir können den Gesundheitszustand der gesichteten Tiere einschätzen und diesen Lebewesen helfen, so gut wie möglich in einer Welt zu überleben, die der Mensch so stark verändert hat, dass er ihr Überleben erschwert und sie aus ihren Lebensräumen vertrieben hat.

 

All dies wäre mit der Methode der direkten Beobachtung nicht zu erreichen. Eine optimale Situation zu schaffen, die die Wildtiere nicht stört, wäre unmöglich. Die Tarnung durch die Fotofalle hilft uns sehr, den Tieren näher zu kommen, ohne ihr für sie so wichtiges Misstrauen gegenüber dem Menschen zu wecken.

In diesem Zusammenhang möchten wir daran erinnern, dass das Crowdfunding für das neue Projekt des Regisseurs und Naturfotografen Paolo Rossi gerade zu Ende gegangen ist:

„Sopravvissuti all’Homo Sapiens” („Den Homo Sapiens überlebt”) ist ein neues Projekt des Regisseurs und Naturfotografen Paolo Rossi. Der Kurzfilm wird ebenfalls von unserer Stiftung unterstützt und erzählt die Geschichte des Widerstands der wilden Arten gegen die Ausbreitung der ländlichen Zivilisation im ligurischen und piemontesischen Apennin.

 

Dank der an strategischen Punkten installierten Fotofallen, seiner beträchtlichen Erfahrung als Wildtierfotograf und der Stunden und Tage, die er in den Bergen verbracht hat, konnte Paolo Rossi im vergangenen Jahr als Erster die Anwesenheit der Wildkatze (Felis silvestris) in Ligurien dokumentieren, wo sie als ausgestorben galt. Sein Kurzfilm „Felis gatto sarvægo” ist unter diesem Link zu sehen Sein Kurzfilm „Felis gatto sarvægo” ist unter diesem Link zu sehen

Kein Fortschritt ohne Gemeinschaft und Erfahrungsaustausch

 

Die besondere Beachtung sozialer Themen ist einer der grundlegenden Aspekte des Projekts Regenerating Villa Fortuna. In Zusammenarbeit mit APS Cambalache aus Alessandria haben wir mehrere Asylbewerber und Flüchtlinge aufgenommen. Wir begrüßen den letzten Gast, der sich dem Projekt angeschlossen hat: Rubel, ein junger Mann aus Bangladesch, der sich für die Imkerei begeistert und einige Bienenstöcke in unseren Grünanlagen betreut. Rubel hatte die Möglichkeit, in Italien die Imkerei zu erlernen. Er nahm an dem sozialen Imkereiprojekt Bee My Job von Cambalache teil und beschloss, sich selbständig zu machen – dank eines weiteren Projekts, das durch die Mandatssteuer 2016 finanziert wurde, deren Bestimmung die Bürger in Italien bei ihrer Einkommenssteuererklärung selbst wählen.

 

 

Wir sind von der enormen Bedeutung des Erfahrungsaustausches und der engen Zusammenarbeit der Kulturen überzeugt, die unser Team durch die gemeinsamen Ziele einmal mehr bereichern.

 

Auch das ist Reintegration Economy!

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