Die Antworten auf alle Ihre Fragen zu Identifikation und Registrierung von Haustieren (I&R)

Nach unserem Blog Artikel über Identifikation und Registrierung (I&R) haben wir uns entschlossen, Dr. Sven Hüther, einen Experten auf dem Gebiet der elektronischen Identifizierung von Tieren, zu interviewen und ihn zu bitten, die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema I&R zu beantworten.

 

Was ist ein Transponder und wofür wird er verwendet?

Ein Transponder ist ein Implantat das unter die Haut eines Tieres gesetzt wird, das einen Mikrochip trägt, der die eindeutige Nummer des Tieres enthält, und eine Antenne, die die Funkwellensignale empfängt. Der Transponder ist zum Schutz mit Bioglas ummantelt und wird an einer normierten Stelle unter der Haut, auf der Mitte des Rückens  vor dem Nacken oder der linken Seite des Halses, injiziert. Es dauert ungefähr drei Wochen, bis sich dünne Bindegewebsschichten um das Implantat gebildet haben und es an Ort und Stelle halten. Das Identifizieren eines Tieres mit einem Transponder wird als mikrochippen bezeichnet.

Was ist das ideale Alter für die Implantation einer Katze oder eines Hundes?

Dies ist weniger eine Frage des Alters als vielmehr des Gewichts. Theoretisch  könnten Sie Ihr Tier am Tag nach seiner Geburt zum Tierarzt bringen. Der günstigste Moment ist jedoch, wenn Sie Ihren Begleiter zum ersten Mal beim Tierarzt impfen lassen. Viel wichtiger ist es, sich daran zu erinnern, dass der Transponder etwa drei Wochen benötigt, um sich im Gewebe fest zu verankern, und dass das Tier während dieser Zeit unbedingt an dieser Stelle in Ruhe gelassen werden  muss. Vergessen Sie nicht, dass das Tier ebenfalls registriert werden muss, vorzugsweise in einer Datenbank, die Mitglied von Europetnet [www.europetnet.org] ist wie z. B. TASSO in Deutschland (www.tasso.net)

Die Identifikationsnummer des Tieres im Mikrochipnummer  kann durch Scannen des Tierkörpers abgelesen werden – wie funktioniert das?

Der Transponder mit Mikrochip verwendet die RFID-Technologie (Radio Frequency Identification), d.h., er überträgt Informationen mithilfe von Funkwellen. Diese Technologie speichert die Daten auf dem Mikrochip und überträgt die gespeicherten Informationen mit elektromagnetischer Kraft an ein Gerät, das sie erkennen und interpretieren kann. Wenn sich ein bestimmter Lesertyp in unmittelbarer Nähe des Transponders befindet, kann er die Daten erkennen und abrufen.

 

 

 

 

Die Nummer des Mikrochips wird in einer Datenbank registriert, um die Identität des Tieres nachzuweisen und die Beziehung zwischen Tier und Besitzer herzustellen. Ist der Mikrochip für die gesamte Lebensdauer des Tieres ausgelegt?

Zunächst ist der Eigentümer dafür verantwortlich, die Nummer auf dem Mikrochip zu registrieren. Die Daten, die auf dem Chip gespeichert sind, können nicht nachträglich geändert werden, die in der Datenbank gespeicherten Registrierungsdaten, wie z. B. eine Adressänderung usw., können jedoch geändert werden. Deshalb ist es so wichtig, das Tier zu registrieren, wenn es mit einem Mikrochip versehen wurde. Und ja, sobald der Transponder im Gewebe des Tieres verankert ist, bleibt er für den Rest seines Lebens dort.

Erwarten Sie neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Transpondertechnologie?

Ich erwarte keine großen Verbesserungen im Bereich Leseabstand, da limitiert uns die Physik, heute  gibt es einen neuen Standard, der die Möglichkeit der Speicherung zusätzlicher Daten auf m, dem Transponder  bietet wie z.B. Geschlecht, Geburtsdatum und ursprüngliche Registrierungsdatenbank..

Transponder werden von verschiedenen Unternehmen hergestellt. Wie können Katzen- oder Hundebesitzer sicherstellen, dass ihr Tierarzt die neuesten und leistungsstärksten verfügbaren Transponder verwendet?

Transponder unterliegen strengen Vorschriften. Auf Websites wie www.dvc.services kann überprüft werden, ob sie den ISO-Standards entsprechen. Durch die Eingabe der 15-stelligen Nummer wird überprüft, ob diese ISO-konform sind und alle Normen eingehalten wurden, und ob der Hersteller bekannt ist.

Wo können Menschen eine gefundene Katze oder einen Fundhund hinbringen?

In jeder Tierarztpraxis oder -klinik ist in der Regel mindestens ein Leser vorhanden. Gleiches gilt für Tierheime, Züchter und bestimmte Tierschutzorganisationen. Und an manchen Stellen sogar die Polizei. Seit 1989 ist es viel einfacher geworden, den Mikrochip eines Tieres auszulesen.

 

Sven Hüther

Sven Hüther hat Veterinärmedizin studiert und ist seit 30 Jahren auf dem Gebiet der elektronischen Tieridentifikation tätig. Seit 2004 ist er offizieller Vertreter Deutschlands in den ISO-Gremien und im Tierschutz tätig. Derzeit arbeitet er bei der deutschen NGO TASSO, der größten privaten europäischen I&R-Datenbank und Tierschutzorganisation. Seine Spezialisierung ist die Beratung bei der Implementierung aller ISO-Verfahren zur Regulierung eines nationalen Identifikationssystems, das betrugsicher ist und Eindeutigkeit und Rückverfolgbarkeit garantiert.