Affen und Wölfe: das Raubtier in einem ungewöhnlichen Bündnis

Tiere überraschen uns immer aufs Neue und bringen ohne Vorankündigung Vorurteile ins Wanken, die wir ihnen gegenüber hegen. Der Wolf, Werbeträger von Almo Nature und Hauptdarsteller von The Promise von Gabriele Salvatores, wird dem gerecht und liefert und von Mal zu Mal Denkanstöße zu seinem Wesen, zu seiner bewundernswerten, auf dem Rudel gründende Organisation und dazu, wie wir diese Art behandeln.

Der äthiopische Wolf und der Pavian: ein seltsames Paar

Entgegen jedem Vorurteil über das Wesen des Raubtiers hat sich der äthiopische Wolf als echter Stratege erwiesen. Auf diesen, den meisten bislang unbekannten Aspekt hat Vivek Venkataraman, Primatenforscher am Dartmouth College in New Hampshire (USA) und Autor einer auf der Hochebene von Guassa in Nord- und Zentraläthiopien durchgeführten Studie, Licht geworfen. Das Raubtier hat überraschenderweise offensichtlich ein regelrechtes friedliches Zusammenleben mit dem Dschelada oder Blutbrustpavian aufgebaut. Die beiden Tiere leben nebeneinander, ohne gegenüber dem anderen ein defensives oder offensives Verhalten einzunehmen. Während die Pavianjungen auch in Gegenwart der fuchsähnlichen Hundetiere unversehrt bleiben, profitieren letztere vom nahen Kontakt mit den Affen, indem sie erfolgreich die häufig in der Nähe derselben lebenden Nagetiere jagen. Doch wie kommt es zu dieser einzigartigen Win-Win-Beziehung? Die Wölfe mischen sich einfach während des Tages unter die Paviangruppen und nutzen möglicherweise den Lockruf, den die Affen ausüben, um die Ratten aus ihren Löchern zu locken, oder aber die Fähigkeit, sich dank ihres Aussehens unter die Affen zu mischen.

Es handelt sich also um eine Art Bündnis zum gegenseitigen Überleben, der zum Teil an den ‚Kompromiss‘ mit dem Menschen erinnert, der zur Domestizierung geführt hat, oder aber an die noch erfolgreichere Jagd von Menschen und Wölfen, die vor Jahrtausenden stattgefunden haben soll.

Den Wolf kennenlernen: ein langer Weg voller Vorurteile

Eine faszinierende Entdeckung, die zum bereits an sich ganz besonderen Universum des Wolfes, dem Hauptdarsteller in aLmore von Almo Nature, hinzukommt. Die zahlreichen Initativen zum gleichzeitigen Schutz des Wolfs und der italienischen Viehzüchter, die dessen Angriffe auf ihre Tiere fürchten, sind ein konkretes Anzeichen in Richtung einer allmählich Fuß fassenden neuen Mentalität. Ein Beispiel für diese Schwierigkeit sind einige Vorurteile über den Wolf, die durch leicht widerlegbare Vorfälle genährt werden. Einer der jüngsten Fälle, über den die französische Zeitung Le Monde berichtet hat, betrifft einen 16-Jährigen, der vorgegeben hat, von einem Wolfsrudel angegriffen worden zu sein und damit Panikmache betrieben und eine Art Hexenjagd ausgelöst hat. Zur Beschwichtigung der Ängste dürften seriöse Studien und Statistiken ausreichen: Heute scheint das Risiko, von Wölfen angegriffen zu werden, trotz der steigenden Zahl an Exemplaren sowohl in Europa als auch in Nordamerika äußerst gering zu sein. Außerdem gehört der Mensch sicherlich nicht zur natürlichen Beute des Wolfes.